Hintergrund Null-Fehler-Prinzip


Einschlägige Normen (z.B. AIAG Handbuch, VDA Band 16) warnen eindeutig vor den Risiken des Fehlerschlupf, bei den von Menschen durchgeführten Sichtprüfungen. Eine reine Sichtprüfung ist als sichere Abstellmaßnahme unwirksam, lediglich als Sofortmaßnahme dienlich. Ein völliger Ausschluss von fehlerhaften Teilen nach einer Sichtprüfung ist jedem, auch dem spezialisierten Dienstleister unmöglich. Gründe dafür sind z.B. Konzentrationsschwankungen, Leistungsdruck, Ermüdung, Umwelteinflüsse, gesundheitliche Beeinträchtigungen, etc. Die Literatur spricht von unterschiedlichen Durchschlupfraten von 3000 ppm bis hin zu 30000 ppm bei komplexen Prüfaufgaben.
Eine Eingrenzung auf ein bestmögliches Minimum stellt das „Null-Fehler-Prinzip" dar. Die konsequente Anwendung vieler hintereinandergeschalteter Instrumente und Prozesse sind der Weg, den die schambeck group kontinuierlich weiterentwickelt, um dem „Null-Fehler-Prinzip" so nahe als möglich zu kommen. Eine Haftungszusage für den Ausschluss von Durchschlupf fehlerhaften Teilen bei Sichtprüfungen kann der Dienstleister dennoch nicht geben.

 

Umsetzung Null-Fehler-Prinzip bei der schambeck group

 

• personenbezogene Maßnahmen
1. Einstellungseignungstest (branchenbezogen, bzw. z.T. kundenbezogen)

2. Einarbeitungs- und Qualifikationsprogramm SELMA (SchambeckELeraning&wissensMAnagement)

3. Stichprobenprüfungen neuer Mitarbeiter durch Q-Teamleitern

4. MSA Fähigkeitsuntersuchung am Prüfsystem „Mensch" nach einer Gauge R&R-Studie (nur bei teilespezifischen Serienprüfungen). Analyse ob der Mitarbeiter in der Lage ist, wiederholgenau Fehler innerhalb der Vorgaben zu finden.

5. „Prüfmittel Auge" - Übungen zur Entspannung und Erholung der Augen, speziell bei ermüdenden „Sichtprüfungen" wie z.B. Erkennungen von Farbabweichungen oder starr fokussierte Blickwinkel

6. Sehtests und regelmäßige Untersuchungen nach G25 und G37

 

• prozessbezogene/ organisatorische Maßnahmen
7. 20-Punkte-Checkliste bei Einrichtung eines Q-Gates, mit allen Vorgaben die vorhanden sein müssen um ein wirkungsvolles Q-Gate aufzubauen

8. interne Audits & Auditplan

9. 8D-Prozess im Reklamationsfall zur Vermeidung von Wiederholfehlern

10. ERFA (Erfahrungsaustausch im Schichtbuch, bei tägl. Teambesprechungen, bei mtl. NL-Besprechung Team-to-Team und 3x im Jahr Erfahrungsaustausch im Führungskreis zwischen allen NL)

11. Jobrotation bei monotonen Prüfaufgaben

 

Christian Schambeck, 17.07.2019

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